Tutti chilometri a bella italia


Words by Thomas Mayr | Blog, Lifestyle, Mitarbeiter, Racing, Shopgeflüster

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Und, was machst du so zu Ostern? Trainingslager – was sonst!

Die letzte Ostereier-Suche in heimatlichen Gefilden datiert bei mir immerhin gefühlt aus dem letzten Jahrtausend. Hört sich nicht nur lange an, fühlt sich auch so an! Jahrelang fuhr ich mit dem Leichtathletikverband respektive dem Verein in die Steiermark nach Schielleiten. Als damit endlich mal gebrochen wurde, ging es erst ins relativ nahe Kroatien, danach auch schon mal etwas abenteuerlicher nach Übersee und sogar ins „Läuferland“ Kenia.

Für dieses Jahr wurde „bella italia“ als der Weisheit letzter Schluss auserkoren. Genauer gesagt Viareggio in der Toskana direkt am tyrrhenischen Mittelmeer gelegen. Der 70.000 Einwohner Badeort ist zum einen Heimat eines der besten Fußballnachwuchsturniere mit Teams namhafter Clubs wie AC Milan und Inter Mailand (weswegen das „Stadio del Pineta“ auch nachmittags stets geschlossen blieb). Zum anderen aber auch Ausflugsziel vieler Italiener, um nach Feierabend sich ganz dem Flanieren auf der langen Promenade hinzugeben.

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Für Läufer klingt das nicht unbedingt ideal – ist es aber! Unzählige Kilometer kann man auf den Radwegen entlang der Küste laufen, oder – wesentlich besser – durch die nahegelegenen Pinienwälder „fetzen“. Als Kontrastprogramm zum weichen Waldboden gibt es dann eben auch das Stadio mit seinem unglaublich harten Mondobelag, der ab dem ersten Intervall die Waden signalisieren lässt: „morgen tut es noch mehr weh!“

Gemeinsam mit dem sich auf den Wien-Marathon vorbereitenden Valentin Pfeil und Hindernis- und RunInc-Kollegen Christian Steinhammen gab es viel Grundlagentraining – und eben auch erste schnellere Läufe im Stadion. Die Beine sollen sich schließlich Ende März langsam an die Wettkampfgeschwindigkeit erinnern…

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Die Tage in Viareggio waren auch ein Zeichen dafür, dass in Österreich unter (den meisten) LäuferInnen dann doch ein Gemeinschaftsgefühl vorherrscht und man an einem Strang ziehen will. Neben den bisher Genannten waren auch die bereits für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro qualifizierten Andrea Mayr und Jenni Wenth vor Ort. Unzählige Fachgespräche, gemeinsame Trainings sowie Vor- und Nachbereitung in einer so starken Trainingsgruppe brachten alle Anwesenden einen Schritt nach vorne!

Für mich selbst ging es nach acht Tagen Viareggio mit der italienischen Bahn dann von „West nach Ost“. Mit vier Zügen und demnach drei mal Umsteigen erreichte (zur eigenen Überraschung pünklichst) Cervia an der Adriaküste. Während nämlich alle anderen aufgrund ihrer Planung und anderen Verpflichtungen bereits am Osterwochenende heimreisten, wollte ich das Feeling als „Profi“ zu leben und außer an Schlafen, Essen und Trainineren nichts sonst denken zu müssen noch eine Woche unter der Sonne Italiens auskosten.

Somit schloss ich mich einer großen Laufgemeinschaft aus Deutschland an und durfte eine ganze weitere Woche auf Strecken, deren Böden von Piniennadeln gesäumt waren, meiner Leidenschaft nachgehen.

Leider passte meine Planung so gar nicht in jene der deutschen Kollegen, weswegen gerade die Tempoläufe alleine recht mühsam waren. Aber als braves Eichhörnchen, ernährt man sich nunmal so!

Alles in allem passte aber auch meine zweite Woche in Italien und bis auf eine Einheit, die vom Wind verblasen wurde, konnte ich mein Pensum gut durchziehen. Konkret kamen von Freitag, 19. März bis heute Samstag, 2. April so satte 330 Laufkilometer zusammen. Dazu noch einige Stunden im Kraftraum und an Gymnastik. Gemeinsam mit den unzähligen im „Flaniermodus“ zurückgelegten Kilometer bei Ausflügen nach Lucca, Pisa oder einfach nur zum nächsten Bio-Eisladen hat das Trainingslager dann doch schon mal die erste Wirkung gezeigt und nicht nur die Augen beim Schreiben dieser Zeilen auf der längeren Heimreise sind schwer und müde – die Beine sind es auch.

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Aber das ist auch gut so. Immerhin, will ich wie all meine BegleiterInnen in einigen Wochen richtig flott laufen. Und ein letzter Blick ins Trainingstagebuch lässt vor dem Einnicken noch mal berechtigte Hoffnung dafür aufkommen…

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