Ultraleichte Läuferwaffe


Words by Natascha Marakovits | Blog, Lifestyle, Produkt News & Review, Racing, RunNa

Eines gleich einmal vorweg: ich bin nicht schnell. Während ich glaube, meine Lunge explodiert gleich und beinahe schon die Sterne sehe, werden andere bei der Pace erst warm oder absolvieren einen lockeren Longjog. So ist das Läuferleben und so unterschiedlich die Pace mitsamt dem Feeling, so unterschiedlich sind Laufschuhe. Dass dem wirklich so ist, habe ich anfangs nicht wirklich geglaubt. Außerdem, was soll ich mit Wettkampfschuhen? Also Schuhen, die zum schnell Laufen gemacht sind. Irgendwann habe ich es dann doch ausprobiert und siehe da: die Hersteller machen Schuhe nicht nur für Sub 4:00min/km. Auch für Normalos wie mich. Man fühlt den Unterschied.

„Ich brauche etwas Leichtes für die Schnellen“, lautete meine Vorgabe im RunInc.Store. Nach ein paar Mal barfuß auf der Druckmessplatte auf und ab laufen, um zu sehen, welcher Typ von Schuh zu meinen Füßen passt, bekomme ich schließlich das Ergebnis präsentiert.

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„Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen – man weiß nie, was man kriegt.“ Forrest Gump spricht mir bei meinen bisherigen Laufschuhkäufen aus der Seele. So auch dieses Mal. Lass dich überraschen, dachte ich mir. Aus Erfahrung weiß ich: beurteile Schuhe nie nach dem Aussehen! Die inneren Werte sind wichtig – also die Funktion. Doch bereits als die Schachtel geöffnet wurde, war es um mich geschehen: der neue Brooks Hyperion ist der Hammer! Allein vom Aussehen war es Liebe auf den ersten Blick. Noch einen Testlauf über die Druckmessplatte, um zu sehen, ob auch die inneren Werte und meine Füße miteinander können und schon entschieden: den muss ich haben!

Intervalle im Flug

Sechs Uhr morgens, Prater Hauptallee. Während andere noch schlafen, stehe ich mit meinen nagelneuen Hyperion auf der Praterhauptallee. Intervalle stehen auf dem Plan. 20×400. Schon beim Einlaufen merke ich: das fühlt sich verdammt gut an. Der Hyperion schmiegt sich an meine Füße wie ein zweiter Socken. Das Stretch-Obermaterial ist unheimlich dünn und nahezu nahtlos. Bei empfindlichen Füßen, die ständig irgendwo aufgerieben sind oder zu Blasen neigen, ein Traum. Das Tragegefühl ist demnach unbeschreiblich angenehm.

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Dann geht es ans Eingemachte. Schauen, was geht – bei mir und beim Hyperion. Ich gebe zu, mit technischen Details beschäftige ich mich nicht, das macht der Händler meines Vertrauens. Also nur die wichtigsten Facts: Laut Hersteller wiegt der Hyperion beim Damenmodell gerade einmal 153, bei den Herren 181 Gramm und hat, wie sein Vorgänger der T7 Racer, eine 10mm Sprengung.

Für mich zählt nur eines: Der Schuh muss passen. Und das tut er. Federleicht, „nur“ zum Laufen fast zu schade. Ziemlich am Ende – so fühlte ich mich zwar, gemeint ist aber die Wiederholungszahl – setzte dann auch noch Regen ein. Härtetest perfetto. Und auch hier staunte ich nicht schlecht, denn entgegen so manch anderer Brooks-Modelle (z.B. der Racer ST 5), perfekter Grip.

So fasziniert von meinen neuen „Babes“ vergehen die 400er fast wie im Flug. Naja, ich gebe zu, die Betonung liegt auf fast. Denn meine Hass-Liebe zu Intervallen konnte der Hyperion nicht in die große Liebe verwandeln. Verliebt in die dazugehörigen Schuhe habe ich mich definitiv. Wie heißt’s: Schmerz vergeht, der Stolz bleibt. Vielleicht passend dazu: Schmerz vergeht, der Style entschädigt.

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