Crosslauf ?


Words by Daniel Marik | Blog, Events, Hit & Run, Racing

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Der Mensch, der Sportler, der Läufer ist immer auf der Suche! Auf der Suche nach neuen Strecken, neuen Herausforderungen oder auch ab und zu mal neuen Schuhen. Außerdem versuchen wir uns immer wieder weiterzuentwickeln, uns abzugrenzen, Abwechslung in unser Leben zu bringen – das Schlagwort ist „Diversifikation“!

Laufen ist nicht gleich Laufen. Immer mehr neue Sparten und Nischen tun sich auf, das „einfach nur Laufen“ bekommt Konkurrenz durch unterschiedlichste Veranstaltungen – Barfuß-Laufen, Ultra-Läufe, „Dirt-Runs“, „Boot Camp“-artige Spielarten, Berglauf, und viele viele mehr! Es ist doch schön, wenn man aus einem so großen Strauss wählen kann. Doch nicht alles, was da an vermeintlich neumodischen Dingen auftaucht ist auch tatsächlich neu… Der „Crosslauf“ (oder klassisch Querfeldein- oder Geländelauf) beispielsweise hat in Österreich eine lange Tradition – zahlreiche Geschichten und Mythen ranken sich um diese Sportart, vor Jahren schon wurden Rennserien mit großen Teilnehmerzahlen durchgeführt, im Winter wurde bei Crossläufen die Basis für so manchen Sieg im Sommer gelegt.

Ein kurzer Rückblick

Bereits im 19. Jahrhundert gab es sogenannte Berufsläufer in Wien. Vergleichbar mit heutigen Radboten erledigten diese damals diverse Botengänge und Ähnliches – zu Fuß, auf Wegen und auch abseits. Bereits damals kam es unter diesen Berufsläufern zu regelmäßigen Wettbewerben im Wiener Prater – also mehr oder weniger die ersten Querfeldein-Rennen! In den darauffolgenden Jahrzehnten erlangten die Trainingswissenschaften im Sport immer mehr Stellenwert – Teil dieser Trainingspläne waren schon damals Läufe im bewusst schlechten oder morastigen Gelände, als Trainingsimpuls und um sowohl Füße als auch Organismus anders zu belasten. Bereits damals wurden diese Impulse als wertvoller Bestandteil eines abwechslungsreichen Trainings erkannt und wertgeschätzt. Spätestens mit den Erfolgen von Paavo Nurmi in den Zwanzigerjahren war der positive Einfluss und der Stellenwert von Crossläufen innerhalb eines Trainingssystems offensichtlich und für jedermann erkennbar.

Trainingseffekt

Karl Sander ist Trainer im Mittel- und Langstreckenlauf und hat für RunInc. aus seinem Erfahrungsschatz geplaudert – auch hier wird der Mehrwert von Crossläufen schnell erkennbar. Im Zentrum steht für Sander das Credo „Training unter Wettkampfbedingungen“. Gerade in einem langen, kalten und dunklen Winter ist es herausfordernd, seine Trainingseinheiten auf der Hauptallee oder im Dusikastadion abzuhalten – hoch ist die Gefahr, der Eintönigkeit zum Opfer zu fallen. Gerade in solchen Situationen kann ein Crosslauf-Bewerb für seine Schützlinge Wunder bewirken. Es liegt auf der Hand, dass ein Sportler unter Wettkampfbedingungen mehr aus sich herausholt als alleine in einer normalen Trainingseinheit. Es steht jedoch nicht der absolute Leistungsanspruch im Vordergrund – vielmehr geht es um einen kontrollierten Trainingsimpuls, der eine Abwechslung zum sonstigen Training darstellt.

Wird Sander nach den Vorteilen von Crosslauf gefragt, kommt es wie aus der Pistole geschossen: Berganläufe zur Fuß- und Kreislaufkräftigung, fußfreundlicher Boden, nicht nur Prater Hauptallee, Abwechslung von der Trainingsroutine. Außerdem ist eine Vergleichbarkeit von mehreren Rennen und damit eine Messung des Trainingsfortschritts möglich – immerhin besteht die klassische Serie aus drei Crosslauf-Veranstaltungen. Wichtig ist für den Trainer jedoch auch der Einbau der Crossläufe in ein systematisches Training. Und nicht zuletzt geht es natürlich auch um den Spaß – das Erleben der Natur, die frische Luft und die Bewegung draußen. Das Leben ist ein Spielplatz, also ist auch die Laufstrecke ein Spielplatz!

Gleichzeitig muss jedoch niemand Angst haben, sich durch Crossläufe im Winter die Sommerform oder eine Wettkampfvorbereitung zu torpedieren! Gute Leistungen im Sommer und Crossläufe im Winter schließen sich keineswegs aus. Vielmehr hilft die abwechslungsreiche Belastung des Crosslaufs – auf, ab, Wende, gerade – auch für alle anderen Belastungen. Eine Veränderung des Schritts, Rhythmus- und Tempowechsel sind Trainingsimpulse, die eine wertvolle Basis für das restliche Jahr darstellen – und das Schöne daran ist, dass diese Impulse beim Crosslauf ganz von alleine passieren, alleine aufgrund der Belastung und des Streckendesigns. Wer es etwas flotter angehen möchte, der findet im Geländelauf ein ideales Training für Tempohärte und Kraftausdauer!

Auch alle Läuferinnen und Läufer, die beim Vienna City Marathon über 21 oder 42 Kilometer an den Start gehen wollen, sollten darüber nachdenken, Crossläufe in ihr Trainingsprogramm zu integrieren. Auch hier geht es wiederum um einen alternativen Impuls im Trainigssystem – im Marathontrainingsplan sind auf Basis der Herbstform im Jänner bzw. Februar 2-3 Einheiten pro Woche wahrscheinlich. Ein eingestreuter Crosslauf (vielleicht unter etwas verschärften Bedingungen) ist eine willkommene Abwechslung im Tempo- und Kraftausdauerbereich. Dazu kommt auch eine psychologische Komponente, ein etwas spielerischer Ansatz – die Kilometerzeiten sind mit jenen auf der Hauptallee nicht vergleichbar, man läuft „freier“. Gerade im Marathontraining ist ein Durchbrechen der – zwangsläufig irgendwann eintretenden – Eintönigkeit immer willkommen!

Valentin Pfeil bei der Cross EM 2016 Foto: ÖLV/Erik van Leeuwen

Strecke & Material

International sind unterschiedlichste Designs und Profile von Crosslauf-Strecken zu finden. Von reinen Bergstrecken über hochgelegene Waldgebiete bis hin zu kombinierten Strecken, die rund um Laufbahnen angelegt werden. Auch der ehemalige Cricketplatz im Prater (jetzt LAZ Wien) bietet zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten aus Laufbahn, Wiesen, kurzen Trails und natürlich Platz für natürliche und künstliche Hindernisse. Diese Streckenart ermöglicht eine Komprimierung der Aktivitäten auf engem Raum und bietet dem Läufer aber vor allem auch dem Zuschauer ein tolles Erlebnis und einen guten Überblick über das Geschehen. Derartige Anlagen bzw. Veranstaltungen werden oft auch mit dem Begriff „Stadion-Cross“ umschrieben.

Schuhe mit Spikes sind bei den meisten Veranstaltungen zugelassen, je nach Bodenbeschaffenheit aber nicht immer notwendig. Je fester der Boden ist, umso besser kommt man mit normalen bzw. profilierten Laufschuhen voran. Ansonsten sind Crossläufe eher kurze und intensive Einheiten – besonders warme Kleidung und zusätzliche Schichten sollte man sich daher besser für die Zeit nach dem Zieleinlauf aufheben.

Warum das Ganze?

War es bis hierher vielleicht noch etwas theoretisch, geht es jetzt und hier darum, mitzulaufen:

Jeder, der sein strukturiertes Training mit etwas Abwechslung versehen möchte > Crosslauf!

Jede, die schneller und kräftiger werden möchte und das auf der Hauptallee nicht schafft > Crosslauf ausprobieren!

Wer mit bekannten Gesichtern der österreichischen Laufszene Ärmel an Ärmel am Start eines Rennen stehen möchte > ab ins Leichtathletik Zentrum Wien!

Gelangweilt von den immer gleichen Strecken > gleich neben der Hauptallee gibt es Alternativen!

Wer mit dabei sein will, einen traditionellen und geschichtsträchtigen Sport wieder mehr ins Rampenlicht zu rücken > WLV Crosslaufcup!

Für Fragen rund um die Crossläufe am LAZ Wien, zu geeigneten Schuhen und Material stehen euch die Mitarbeiter des RunInc.-Stores natürlich jederzeit gerne zur Verfügung!

Hier die Termine des WLV Crosslauf Cup powered by RunInc. 

15.1.2017    10:00   LAZ Wien

29.1.2017   10:00   LAZ Wien

12.02.2017 10:00  LAZ Wien

Die Onlineanmeldung zum WLV Cross Cup powered by RunInc. startet in Kürze!

 

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