AUSZUG – READING & LISTENING


Words by Tobias Krempler | Blog, Keep On RunInc. - Das Magazin

TOKIO 2020

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ORF Sport-Kommentator Didi Wolff
sandte uns Eindrücke von SEINEM TOKIO 2020 –
ein Blick hinter die Medienkulissen von
sehr besonderen Olympischen Spielen

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„EINE EXTREME ERFAHRUNG UNTER GANZ BESONDEREN UMSTÄNDEN“

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Seit 10 Jahren kann ich für den ORF die Leichtathletik begleiten und kommentieren, London 2012 war eine der großartigsten Erfahrungen, die ich je erlebt habe. Zweimal pro Tag 80.000 begeisterte und fachkundige Zuschauer im Olympiastadion, dazu die goldene britische Stunde, der Finaleinzug von Beate Schrott und vieles mehr, das bleibt unerreicht. Rio 2016, meine zweiten Sommerspiele, waren sicherlich exotischer, aber stimmungsmäßig kein Vergleich.

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TOKIO 2020 WAR WIEDER VÖLLIG ANDERS.

Allein schon durch die Vorgeschichte: die ersten „postponed Games“ inmitten einer Pandemie. Das Motto „Stronger together“ war ein passender Slogan, denn auch mein Gefühl sagte: Wir müssen gemeinsam den Menschen wieder etwas Sch nes bieten. Die SportlerInnen brauchen ihre Wettkämpfe, nach 5 Jahren der Vorbereitung, nach 18 Monaten der Ungewissheit, die womöglich einzige Chance im Leben für viele, Teil von Olympischen Spielen zu sein. Zweifel, ob die Austragung notwendig sei, haben sicher ihre Berechtigung. Wer aber, wie ich, vor Ort Zeuge werden durfte, wie die aktiven SportlerInnen, und zwar aller Lager, egal ob „kleine“ Österreicher oder US-Gold-Superstar, dankbar waren, der ist sicher, dass es die richtige Entscheidung war. Dankbar für die Erlaubnis zu starten, das Beste zu geben, und idealerweise eine der drei Medaillen zu gewinnen. Für Tokio 2020 und Japan als Organisator würde ich meinen: mit einem blauen Auge davongekommen! Es hat die Austragung perfekt geklappt, Gratulation dazu. Die leeren Hallen, Stadien und Zubauten für Medien etc. schmerzten beim Anblick schon sehr. Dieser ganze geleistete Aufwand, auch finanziell, war vielfach leider umsonst.

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Meine Highlights der Leichtathletik:
▶ Der Quali-Thriller von Lukas Weißhaidinger im Diskus, wieder einmal!, samt Interview danach und natürlich die darauf folgende Medaille im Finale!

▶ Der hauchdünne Aufstieg von Susanne Walli ins Semifinale über 400m – den haben wir erst direkt beim Interview danach aufgeklärt.

International gibt es ein paar klare Antworten:
▶ 400m Hürden-Lauf in eine neue Galaxie von Karsten Warholm und Co, Sidney McLaughlin am Tag danach bei den Frauen lief in ähnlicher Form zum neuen Weltrekord.

▶ Der Abend der Fratelli d’Italia: zuerst Gianmarco Tamberi und Mutaz Barshim im Hochsprung – Doppelgold samt Medienshow im Stile eines Usain Bolt, und gleich danach Lamont Marcell Jacobs als Bolt-Nachfolger und Mega-Sensation über 100m. Wann hat man jemals zweimal hintereinander die italienische Hymne bei der Leichtathletik gehört?

Mein Eindruck von all den Genannten bei den Interviews: extrem freundlich und sehr klar im Kopf, trotz des eben erst erreichten Goldmoments. Sie wirkten extrem natürlich!

Was mich die Leistungen noch mehr bewundern lässt: allein beim Sitzen im bis zu 40°C heißen Olympiastadion habe ich meine T-Shirts richtig durchgeschwitzt und zwar fern jeder Vorstellung.

 


Diesen und weitere Artikel findest du in der ersten Ausgabe von Keep On RunInc. – gratis erhältlich im RunInc. Store!


 

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