Technologieträger: Garmin Fenix 3 HR


Words by Daniel Marik | Blog, Produkt News & Review, Rob testet

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Die GARMIN Fenix 3 HR ist bereits seit einigen Monaten am Markt. In dieser Zeit hat sie sich als Technologieträger GARMINS und als Topseller etabliert. Nicht umsonst, denn hier wird das derzeit technologisch Machbare in 89 Gramm am Handgelenk getragen. Die FENIX 3 HR kann ALLES! Das ist aber nicht nur von Vorteil – man muss sich, um diese GPS-Sportuhr mit Handgelenksherzfrequenzmessung in allen Details bedienen zu können, richtig gut und lange mit ihr auseinandersetzen. Wenn man sie durchdrungen hat wird man sie jedoch lieben. Zur vollständigen Nutzung ist jedenfalls auch sportphysiologisches Grundverständnis erforderlich. Das macht die FENIX 3 HR zu einem Profigerät und Einsteiger sollten die Finger davon lassen oder sich auf zumindest eine richtig lange Eingewöhnungsphase einstellen. Die FENIX 3 HR ist das derzeitige Top Edge unter den Sportuhren und alle Anderen müssen sich an ihr messen. Sie passt daher wie die Faust aufs Auge in unser TrailRuninc. Special.

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In der Bedienung habe ich mich persönlich sehr rasch zurecht gefunden, was jedoch daran liegt, dass ich seit nahezu zwei Jahren täglich mit der in der Handhabung sehr ähnlichen GARMIN Forerunner 920XT arbeite. Wer bereits mit Garmin Uhren zu tun hatte ist bei der Bedienung klar im Vorteil. Die FENIX 3 HR verfügt über einen dermaßen großen Funktionsumfang, dass es de facto nicht möglich ist alle Möglichkeiten zu beschreiben. Leichter ausgedrückt ist es wahrscheinlich so: Die FENIX 3 HR kann nichts nicht (doppelte Verneinung bleibt ;-)), was GPS-Sportuhren heute so können!

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Ich habe die FENIX 3 HR die letzten Wochen rund um die Uhr am Handgelenk getragenen und in vielen Lauf-, Rad- und Schwimmeinheiten mit der 920XT verglichen. Die FENIX 3 ist dabei optisch um viele Klassen alltagstauglicher und sieht am Handgelenk richtig gut aus. Als Sportuhr besitzt sie zwar den selben Funktionsumfang wie die 920XT (und kann darüber hinaus noch einiges mehr), ist ihr aber als reiner Trainings- und Wettkampfcomputer in der Bedienbarkeit unter sportlichen Bedingungen unterlegen. Die größeren, leichter auffindbaren und durchdrückbaren Knöpfe der 920XT stellen dabei den größten Unterschied dar. Die FENIX 3 HR muss mit 5 Bedienknöpfen auskommen, wobei die 920XT über 6 Knöpfe verfügt. Das merkt man im Training nicht so sehr wie im Wettkampf, ist jedoch durchaus verschmerzbar.

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Die FENIX 3 HR verfügt über GPS+GLONASS, barometrischen Höhenmesser, Temperatursensor und Vibrationsalarm, WLAN, Bluetooth und ANT+ sowie ein hochauflösende Farbdisplay (218×218 Pixel). Das Saphirglas vermeidet Kratzer. Die Schärfe und Ablesbarkeit des Displays (auch bei direkter Sonneneinstrahlung) sind sehr gut.

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Die Herzfrequenzmessung am Handgelenk besitzt noch ausreichend Optimierungspotenzial und hat bei mir im Training nicht ausreichend genau funktioniert. Das liegt aber an meinem durchaus hohen Anspruch an sehr genaue HF-Daten und die leistet die FENIX 3 HR aufgrund meines wenig geeigneten Hauttyps über die Handgelenksmessung nicht. Es ist mittlerweile bekannt, dass unterschiedliche Hauttypen am Handgelenk unterschiedlich genaue Messergebnisse erzielen.

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Ich habe die FENIX 3 HR also auch mit Brustgurt gekoppelt und meine Trainingseinheiten so absolviert. Die Handgelenksmessung hat aber viele Vorteile, weshalb ich mich jedenfalls beim Kauf einer FENIX 3 für das HR-Modell entscheiden würde. Dazu mehr im Text.

Im Lieferumfang befindet sich neben der Uhr noch das Ladekabel und eine Kurzanleitung. Da die FENIX wasserdicht ist, wird sie über eine Ladeklammer aufgeladen. Die Kontakte befinden sich am Uhrenboden:

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Die FENIX 3 HR unterscheidet sich optisch von der „normalen“ FENIX 3 sofort durch die Herzfrequenzdioden auf dem Uhrenboden. Sie stören beim Tragen nicht, man merkt sie kaum. Für die FENIX 3 werden im Zubehör unterschiedliche Armbänder angeboten. Dadurch lässt sich auch mit dem Style spielen.

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Die FENIX 3 HR verfügt über dieselben Fitnesstracker-Funktionen wie die aktuellen Activitytracker von GARMIN (Vivoactive HR, FR 235, Vivosmart HR). Schritte, Distanz, Kalorien, Stockwerke, …. das ist alles inkludiert. Neu in den letzten Monaten hinzugekommen ist die 24/7 kontinuierliche Herzfrequenzmessung. Daraus kann der genauere Tageskalorienverbrauch berechnet werden. Des Weiteren zeichnet sie Ruheherzfrequenzen tagsüber auf und lässt Rückschlüsse auf den Grad der Regeneration zu.
Zur 24/7-Messung wird der optische HF-Sensor periodisch ein- und ausgeschalten um Deine Herzfrequenz über den Tag aufzuzeichnen. Das Gerät benutzt den Beschleunigungsmesser, um festzustellen, wie aktiv du bist. Je aktiver man ist, desto öfter wird die HF-gemessen und dadurch auch mit dem Akku gewirtschaftet. Die Daten sind zweierlei verfügbar. Zum Einen kann man sie in der mobilen App GARMIN CONNECT abrufen und zum Anderen lassen sich die HF-Daten der letzten 4 Stunden direkt in einem Anzeigebildschirm (Widget) an der Uhr zeigen. Auf einem anderen Widget kann eine 7-tägiger Verlauf der durchschnittlichen Ruheherzfrequenz angezeigt werden.

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Die Widgets können mit den Auf- und Ab-Tasten durchgeblättert werden. Sie sind frei konfigurierbar und können noch erweitert werden indem man zusätzliche Widgets bei GARMIN herunterlädt. Apropos „konfigurierbar“: Bei der FENIX 3 HR lässt sich „allles“ konfigurieren und personalisieren. Ein sehr, sehr großes Plus für die FENIX 3 HR! Sieh mal das Wetterwidget an:

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Vor Beginn einer Trainingseinheit muss die entsprechende Aktivität ausgesucht werden. Die einzelnen Bildschirme mit den Metriken sind natürlich frei konfigurierbar. Man muss warten bis die FENIX 3 HR die Herzfrequenzmessung über das Handgelenk bereit stellt. Das dauerte bei mir teilweise bis zu ca. einer Minute, entfällt aber bei der Brustgurtkoppelung. Bei dieser Gelegenheit muss ich auch erwähnen, dass der GPS-Empfänger der 920XT jenem der FENIX 3 HR überlegen ist. Dauert es bei der FENIX 3 HR immer ein paar Sekunden bis zu einer Minute um ausreichenden GPS-Empfang für ein Workout zu haben, so empfängt die 920XT das Signal binnen ein bis zwei Sekunden. Ich muss natürlich dazu sagen, dass ich keine andere GPS-Uhr kenne die über solch einen tollen GPS-Empfang verfügt. Die 920XT begeistert mich hier täglich aufs Neue, aber auch bei der FENIX 3 HR gibts unterm Strich nichts zu bemängeln.

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Der Handgelenkssensor ist stets aktiviert, kann manuell jedoch abgedreht werden. Beim Koppeln mit einem Brustgurt, wird der Handgelenkssensor automatisch deaktiviert. Was die Genauigkeit der HF-Handgelenksmessung beim Sport anbelangt, war die Messung an meiner Hand stets zu hoch und teilweise wurden HF-Werte angezeigt die ich definitiv nicht erreichen kann. In der 24/7 Alltagsmessung war ausreichend hohe Genauigkeit zu verzeichnen. Die Handgelenksmessung funktioniert beim Schwimmmodus nicht.

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Es gibt einige Funktionen, die das optische HF-Signal nicht vollständig nutzen können. Dies ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass das optische HF-Signal nicht genügend Daten über die Herzfrequenzvariabilität (HRV) liefert, damit diese Funktionen funktionieren.

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Darüber hinaus benötigen einige Running Dynamics-Funktionen einen separaten Beschleunigungssensor, der in den Brustgurten HRM-TRI oder HRM-RUN eingebaut ist, um richtig messen zu können. Somit funktionieren die Messung der Balance der Bodenkontaktzeit und Vertikales Verhältnis nicht. Schrittfrequenzmessung funktioniert auch mittels Handgelenksmessung.

Die Fenix3 HR ermöglicht die am Handgelenk genommene Herzfrequenz auch an andere ANT+-fähige Geräte, wie z. B. einen Garmin Edge Radcomputer zu übertragen. Somit kann auch dort ein Brustgurt ersetzt werden.

Fazit:

Die Garmin FENIX 3 HR ist die fortschrittlichste GPS-Uhr auf dem Markt. Das Saphirglas und ihr schickes Äußeres verleihen ihr hohe Alltagstauglichkeit und sie gibt durchaus auch tagsüber einen schicken Begleiter ab. Sie verfügt über ein sehr gutes Display und einen riesigen Funktionsumfang.

Dadurch sollte man Erfahrung im Umgang mit GPS-Sportuhren mitbringen. Die FENIX 3 HR ist ganz bestimmt keine Einsteigeruhr. Die optische Herzfrequenzmessung am Handgelenk funktionierte im 24/7 – Ganztagesbetrieb sehr genau. Im Sport weist ein klassischer Brustgurt die genaueren Messwerte auf. Die Herzfrequenzmessung am Handgelenk verfügt im Allgemeinen über Optimierungspotenzial und ist eher als Ergänzung als Ersatz für den Brustgurt zu betrachten.

Die FENIX 3 HR gibt es bei RunInc.

 
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