Trans-Gran Canaria – Salomon, Danke


Words by Daniel Marik | Blog, Produkt News & Review, Rob testet

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Da liege ich nun im Bett, Muskelschmerzen wie nach einem mehrstündigem Wettkampf, bin kaum in der Lage die Treppen hinunter zu steigen. Auch sonst verspüre ich Ganzkörperpain aber trotzdem bin ich Salomon zu Dank verpflichtet. Dankbarkeit, ein absolutes Naturschauspiel erlebt zu haben, welches ich ohne die SALOMON-Materialtests nicht erfahren hätte. Ich musste mir doch Gedanken machen, wo ich das Material unter härtesten Bedingungen prüfen könnte. Zum Abschluss einer Trainingswoche stellte der TRANSGRANCANARIA-Trailrun ein Highlight dar ….. ein anstrengendes Highlight!

Bereits im Zuge meines letzten Abstechers auf die Insel, vor zwei Jahren, habe ich mir vorgenommen einmal einen Trailrun auf GC zu machen und nun war es so weit. Die Situation bot sich an SALOMONS S-LAB Equipment auf den Zahn zu fühlen – nur die Laufstrecke war noch offen und nach ein wenig Schmökern hatte ich auch hier etwas standesgemäßes gefunden: TRANSGRANCANARIA – ein Trailrun-Klassiker, der als Wettkampf zum ersten Mal in 2003 durchgeführt wurde und mittlerweile in sechs Distanzen von 265 bis 17 Kilometer angeboten wird. Nachdem .gpx-Tracks zum Download angeboten werden, entschied ich mich diese Strecke „Out of Competition“ nachzulaufen.

Ich flog noch am selben Tag zurück nach Wien, befand mich zeitlich daher in einem engen Korsett. Mein Rückflug ging um 1815 Uhr, Abholung vom Hotel um 1555 Uhr. Somit war in Zusammenhang mit dem Busfahrplan für mich auch ausrechenbar, welche Distanz noch in Frage kommt. Der erste Bus fährt um 0930 Uhr – Fahrzeit ca. 1 Stunde zum Start der 30km Variante „Transgrancanaria Starter“ nach San Bartolomé de Tirajana.

Und so gings dann auch um 1035 Uhr bereits los. Der Fuß war bekleidet durch die Topbewaffnung für den gewählten Einsatzzweck, den SALOMON S-LAB SENSE ULTRA. Die vorherrschenden Temperaturen um die 30 Grad berücksichtigend, schnallte ich den S-LAB ADV SKIN 5Set Laufrucksack um. Eine 1,5 Liter Trinkblase – gefüllt mit reinem Trinkwasser – und 2 Stk. Softflasks zu je 1/2 Liter – gefüllt mit ISOSTAR HYDRATE AND PERFORM ORANGE zum Ausgleich des Elektrolytverlusts – nahm ich mit auf das Abenteuer. Die passende Bekleidung lieferte das S-LAB EXO HZ SS TEE SHIRT und die S-LAB EXO TWINSKIN SHORT. So viel jetzt schon: ich war perfekt ausgerüstet und hätte noch jede Menge Platz für zusätzliche Ausrüstung im Rucksack und den Hosentaschen gehabt.

Bekommt man bei der Busfahrt und dem Blick ins Gelände schon eine ungefähre Ahnung dessen, was einen erwarten soll, werden die Eindrücke bereits wenige Minuten nach dem Startpunkt übertroffen. Am Ortsrand von San Bartolomé steigt man in den Trail ein und wird mit überwältigenden Landschaftsbildern für die noch bevorstehenden Anstrengungen belohnt. Hier macht Laufen so viel Sinn – das Wahrnehmen der Natur in der laufeigenen Geschwindigkeit gibt einfach enorm viel Kraft. Es gäbe alle 10 Meter eine Einladung zum Fotografieren, wäre da nicht das Taxi zum Flughafen.

Auch wird bereits auf den ersten Metern klar, dass ein Schuh wie der S-LAB SENSE ULTRA eine Notwendigkeit zur Bewältigung dieses Trailruns darstellt. Er verleiht die notwendige Stabilität und bietet den notwendigen Halt und Grip in diesem richtig unwegsamen Gelände. Mit Straßenlaufschuhen wäre eine Verletzung vorprogrammiert. Zuguterletzt war der SENSE ULTRA hauptverantwortlich für den Schutz meiner Füße.

Der neutrale und mit 8mm Sprengung ausgestattete S-LAB SENSE ULTRA wirkt schon rein optisch wie ein astreines Renngerät. Und das fühlt sich auch so an: wer „Happy-Peppi-Dämpfung“ sucht wäre hier an der falschen Adresse! Bequemlichkeit sind aber auch nicht unbedingt die Attribute die bei diesem High-End Modell im Vordergrund stehen. Hier geht es um Rückmeldung, Traktion, Stabilität und den nicht zu vernachlässigenden Schutz der Füße. Und das beherrscht der SENSE ULTRA wie kaum ein Anderer. Die Ausstattung mit dem Quick-Lace Schnürsystem verleiht sehr guten Fit und ermöglicht auch während des Traillaufens rasch die Schnürung zu lockern oder festigen und auf die jeweiligen Gegebenheiten anzupassen. Die Stabilität sowohl im Fersenbereich, im Mittel- und im Vorfuß ist dabei stets auf allerhöchstem Niveau und war mitentscheidend, den TRANSGRANCANARIA ohne Verletzungen absolviert zu haben. Wie bereits erwähnt gilt selbiges für den Zehenschutz, der vor allem in den Bergabpassagen Gold wert war.

Die Energy+ Mittelsohle bietet ausreichende Dämpfung für Renneinsätze und ermöglicht auch einen Einsatz auf Asphaltabschnitten. Dort befindet sich aber nicht das bevorzugte Einsatzgebiet des SENSE ULTRA. Die Wet Traction Contagrip Aussensohle ist richtig „pickig“ und ich frage mich jedesmal wieder, wie es SALOMON gelingt solch eine klebriges und traktionsreiches Material zu erzeugen – ich kenne in dem Segment nichts besseres. Die diamantförmigen Sohlenelemente lassen den Schuh dabei auf jeder Oberfläche bestehen: trocken, heiß, nass, kalt, Staub, Stein, Felsen, Matsch, … mit Ausnahme von Schnee und Eis konnte ich alles testen. Prädikat: Sehr wertvoll! Der ProFeel-Film Schutz kann in der Mitte der Sohle gesehen werden. Diese Schichte verhindert das Durchtreten spitzer Steine und trägt so zusätzlich zum Schutz der Füße bei.

Für diesen Tag und diesen Lauf hätte es kein besseres Werkzeug gegeben – davon bin ich überzeugt. Trailschuhe für den Renneinsatz zu kreieren ist per se keine leichte Aufgabe und von daher ist das vorliegende Produkt in seiner Gesamtheit ganz hoch einzuschätzen. Halt, Grip und Kompaktheit zeichnen den S-LAB SENSE ULTRA zusammengefasst aus. Daumen hoch für diesen hervorragenden Schuh! Eine absolute Kaufempfehlung soll für all jene Trailläufer ausgesprochen werden, die es mit ihrem Hobby richtig ernst meinen und keine Abstriche beim Material machen wollen.

Mehrmals unterschätzte ich den Untergrund und schlug mit der Zehenkappe gegen Fels und Stein, was dank des Schutzes durch den SENSE ULTRA glimpflich ausging …… fast immer. Meine eigenen Fähigkeiten im Trailrun überschätzend fädelte ich bergab leider auch einmal mit dem linken Fuß ein und riss eine ordentliche Brezn. Da konnte auch der Schuh nichts mehr ausrichten und ich fand mich auf rechtem Unterarm und Pobacke gelandet wieder. Zum Glück war nichts schlimmes passiert und keine Knochen waren gebrochen. Mit Handyempfang siehts in der Gegend eher mau aus und man nimmt im Alleingang ein kleines Risiko auf sich. Der Unterarm wurde mit ein paar Kampfblessuren verziert – die S-LAB EXO SHORT zeigten nicht einmal irgendein Anzeichen des Aufpralls. Später unter der Dusche wollte sich jedoch herausstellen, dass auch unter der Short einige Wunden entstanden sind. Sensationell wie das Material der Short nicht reißen konnte, sogar weiterhin wie neu aussieht!

Der S-LAB ADV SKIN 5Set Laufrucksack ermöglichte mir sorgenfrei und ohne Labestationen auch bei 30 Grad Celsius durch die teilweise Wüstenlandschaft zu kommen. Mit meinen insgesamt 2,5 Litern Flüssigkeit fand ich das Auslangen und es macht einen riesengroßen Unterschied permanent trinken zu können und nicht auf Labestationen angewiesen zu sein. Zuguterletzt verbrauchte ich ca. 2 Liter Flüssigkeit und hatte sogar noch Getränkereserven. Reserven hatte auch der Laufrucksack was das Packvolumen anbelangt. Die 5 Liter reichen locker aus um auch ausreichend Verpflegung, Telefon, Regenbekleidung und sonstigen Krimskrams mitzuführen. Begeisternd ist dabei die Art und Weise wie Salomon die Konstruktion so perfektioniert hat, dass man von dem Rucksack eigentlich nahezu nichts mehr merkt. Durch die vielen Taschen ist es auch möglich alles an seinem richtigen Ort zu verstauen und so gelingt auch die Verpflegung „on the go“ ohne Aufwand. In meinem Fall waren vier ISOSTAR ENERGY GELS mit dabei und stillten meinen Hunger auf „Fast Food“!

In Kombination mit dem hauchdünnen S-LAB EXO HZ SS TEE M Shirt, welches mit einem Zipp und etlichen Kompressionsdetails ausgestattet ist, war auch die Wärmeregulierung kein Thema. Beide Produkte sind von höchster Qualität und bekommen ebenfalls meine uneingeschränkte Empfehlung!

Mit der S-LAB EXO TWINSKIN SHORT würde ich mich durchaus im Wettkampf bis zu 4 Stunden und unter Abstützung auf Labestationen über die 30 Kilometer wagen und dafür den Rucksack aus Gewichtsgründen zurücklassen. Durch den eingebauten „Gürtel“ mit 5 Taschen um die Hüfte ist auch hier Platz für das Notwendigste und in den 5 Kompartimenten finden Gels, Handy, Schlüssel und sogar eine SALOMON SOFT FLASK mit 250ml Platz. Eine Kompressionstight wird mit einer Laufhose kombiniert und sieht somit auch noch sehr schick aus und passt hervorragend zu den Racing-Farben SALOMONs. Zeigen die Fotos noch die Vorjahreskollektionen, sind bei RunInc. bereits die neuesten Artikel in den aktuellen Farben erhältlich.

Zuguterletzt gibt es noch einen treuen Begleiter über die gesamte Reise vorzustellen: ein Daypack und Rucksack mit 20 Litern Volumen, der SALOMON PEAK 20. Er nimmt Anleihe an den Features der S-LAB Laufrucksäcke und verbindet diese mit größerem Packvolumen. Dadurch lässt sich schon auch einmal eine Gipfelübernachtung sicher stellen, wobei das größere Packvolumen und die Bauweise dann auf Kosten des Tragekomforts während des Laufens gehen. Mit zwei getrennten Hauptfächern, einem klassischen Topfach und der Aufbewahrungsmöglichkeit für SoftFlasks und jeweils einem Täschchen links und rechts stehen auch hier mannigfaltige Aufbewahrungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Das Abenteuer Transgrancanaria war für mich ein nicht alltägliches Erlebnis. Wenn ich auch „nur“ die Starter-Variante gelaufen bin, forderte mir die Route einiges ab. Einige Ziele hatte ich mir für diese Trainingseinheit gesetzt. Ziel 1) Unverletzt zu bleiben stand dabei an oberster Stelle – ist mir leider nicht gelungen – Glück im Unglück hatte ich und mit ein paar Schrammen bin ich davongekommen.

Blick vom Start zur Küste. Dort liegt mein Ziel.

Ziel 2) Langsam und gemütlich wollte ich es angehen – ist mir nur zum Teil gelungen. Ausreichend Fotostopps haben für notwendige Pausen gesorgt, aber letztendlich habe ich die Strecke in 2:51 Laufzeit und 3:03 Stunden Gesamtzeit absolviert. Irgendwo sind dann doch wieder die Pferde mit mir durchgegangen und die Rechnung bezahle ich noch 2 Tage später, durch vom langen und schnellen Bergablaufen verursachte Muskelschmerzen.

Zu Beginn der 30km Strecke sind ein paar Hundert Höhenmeter zu absolvieren. Gutes Aufwärmen ist im Wettkampf von Vorteil.

Ziel 3) Ein Ziel ist mir dann aber vollständig aufgegangen: ich war rechtzeitig wieder im Hotel zurück und konnte pünktlich den Rückflug nach Wien antreten. Wenns nach mir gegangen wäre, hätte ich es aber ruhig noch ein paar Tage in GRAN CANARIA ausgehalten.

Singletrails. Geruch von Nadelholz gemischt mit Blumenduft.

Transgrancanaria stellt bereits in der 30km Variante ein einziges Naturschauspiel dar. Der Wettkampf findet jährlich Ende Februar statt und die Insel lädt mit ständig wechselnder Flora zur Teilnahme ein. Durchaus reizvoll könnte ich mir auch eine entschleunigte Wanderung mit gutem Fotoapparat vorstellen, wo man auch die ganze Pracht festhalten kann. Leider gibts noch keinen „Geruchfänger“, denn es ist unbeschreiblich mit welcher Kraft die Pflanzen ihre Gerüche verstreuen und den Geruchssinn permanent herausfordern.

Kleine Oase bei Aguymes. Am Raceday gibt es hier eine Labestation.

Die Strecke birgt meiner Ansicht nach keine erwähnenswerten Gefahren in sich. Die Wege und Trails sind immer ausreichend breit und es besteht auch keine Gefahr des Abrutschens oder Abstürzens. Wichtig ist jedoch die richtige Schuhwahl!! Ich war sehr froh den SENSE ULTRA zum Schutz der Füße gelaufen zu sein. Auch wenn keine objektiven Gefahren bestehen, ist die Strecke technisch sehr anspruchsvoll und vor allem in einem langen Abschnitt eines ausgetrockneten Flussbetts war mir mehrmaliges Umknöcheln nicht erspart geblieben.

Teilweise gehts steil bergab.

Durch das Bereitstellen des .gpx Tracks auf der Transgrancanaria-Website und dem Installieren des Tracks auf meiner SUUNTO SPARTAN Trainingsuhr konnte ich jederzeit feststellen wo ich mich gerade auf der Strecke befand. Das Verlaufen bzw. Verorientieren ist nach ein wenig Streckenstudium sehr unwahrscheinlich. Es gibt nur ein paar wenige (ca. 5) Abzweigungen, die man sich in der Vorbereitung einprägen sollte, ansonsten immer der Nase nach!

Am Anfang des ausgetrockneten Flussbetts ist der Untergrund noch besser zu belaufen. Das ändert sich etwas später.

Für Trailspezialisten ist die 30km Starter Variante sicher „zu einfach“. Gänzlichen Anfängern würde ich von der Absolvierung abraten und für Fortgeschrittene würde ich eine Empfehlung aussprechen. Wenn man einen ganzen Tag Zeit hat, wäre dann bestimmt auch die 42km Variante zu überlegen wo man noch mehr von der wunderschönen Insel mitbekommt. Jedenfalls sollte immer die exzentrische Kraftentwicklung und Belastung beim Bergablaufen mitberücksichtigt werden!

Die letzten ca. 6 Kilometer sind im Flachen zu laufen, was aber nicht bedeutet dass man auf Asphalt läuft.

Transgrancanaria sieht mich nicht zum letzten Mal! Ich komme wieder und werde dann eine längere Variante laufen. Für eine ausreichend kompetitive Leistung in einem Wettkampf reichts momentan  noch nicht, aber was nicht ist kann ja durch spezifisches Training noch werden. 🙂

THX SALOMON. YOU SAVED MY DAY!

Die getestete Ausrüstung von SALOMON gibt es bei RunInc. in der aktuellsten Kollektion.

 
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