One hour run mit Niederösterreichs Landesrat Jochen Danninger


Words by Michael Buchleitner | Blog, Keep On RunInc. - Das Magazin

Wirtschaft, Sport & Tourismus sind Bereiche, die in den letzten Jahren ausgesprochen stark von der Corona-Krise getroffen wurden, aber auch Events, wie den WACHAUmarathon sehr prägen und die Politik intensiv fordern. Im Zuge des One hour run treffen Michael Buchleitner und der hierfür zuständige NÖ Landesrat Jochen Danninger zum Gespräch in Klosterneuburg zusammen, selbstverständlich laufend.

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Wir starten hier gefühlt am Wiener Stadtrand, aber geografisch natürlich in unserem gemeinsamen Heimatbundesland Niederösterreich. Wie sehr kann/darf/muss man in unserer globalisierten Welt noch regional denken und handeln?

In Niederösterreich hängt jeder vierte Arbeitsplatz und jeder zweite erwirtschaftete Euro mit der Exportwirtschaft zusammen. Wir sind also ein stark international vernetztes Land, das seinem Wohlstand der Globalisierung zu verdanken hat. Aber wir sehen auch, dass internationale Firmen und Fachkräfte genauso wie Gäste aus aller Welt Niederösterreich als ihre Heimat bzw. Urlaubsort wählen, weil wir starke Regionen haben mit wunderschönen Landschaften, einmaligen kulturellen Schätzen und großartigen Wirtshäusern mit einmaligen Speisen und Getränken. Wir können als Niederösterreicher daher unheimlich stolz auf unsere Heimat sein.

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Sie sind aus der Bundespolitik in die Privatwirtschaft und Ende 2019 in die Landespolitik gewechselt. Wieviel Überzeugungsarbeit war hierfür notwendig bzw. was machte den Reiz für sie aus, diesen Schritt zu setzen?

Wirtschafts- Sport und Tourismuslandesrat im größten Bundesland Österreichs zu sein, ist für einen politischen Menschen wie mich, eine der schönsten Aufgaben ist, die man sich nur vorstellen kann. Natürlich ist es mit Corona- und Energiekrise nun auch zu einer der herausforderndsten Aufgaben geworden.  Mein Ziel ist es, dass Niederösterreich innovativer, wettbewerbsfähiger und im Bezug auf den Sport fitter aus dieser Krise herauskommt. Dafür will ich kämpfen.

Jede(r) mit der oder dem ich über sie gesprochen habe, hat nur in höchsten Tönen über Ihren Arbeitsstil, ihre Handschlagqualität und die gute Kommunikation gesprochen. Was muss man Ihrer Meinung nach, in dieser für die Politik zweifelsfrei herausfordernden Zeit, für diesen Job mitbringen?

In Krisenzeiten fungiert man als Politiker einerseits als Klagemauer. Viele Unternehmen und Vereine berichten mir von ihrem Frust und ihren Sorgen über die aktuelle Situation. Und hier erwarten sich die Menschen zu Recht, dass wir ihre Probleme lösen. Dafür sind wir auch da, um Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Wirtschaft, Tourismus und Sport in Niederösterreich weiterhin eine tolle Heimat haben und hier wachsen und sich entwickeln können. Und die Bevölkerung erwartet sich Ehrlichkeit von uns. Wir müssen Probleme auch klar ansprechen können und nicht um den heißen Brei herumreden.

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Zeit, vor allem Freizeit spielen heute vor allem bei der Jugend und den BerufseinsteigerInnen eine enorm wichtige Rolle. Am Thema work-life-balance führt kein Weg mehr vorbei. Finden Sie Ihre time slots für Sport, Freizeit und Familie?

Ich gebe zu, bei einer 70 bis 80 Stunden Arbeitswoche ist es ist nicht immer leicht, aber nur mit einer gesunden Balance zwischen Arbeitsleben und Freizeit kann man gute Leistungen bringen. Aus diesem Grund versuche ich auch, jede Minute Freizeit mit Sport und meiner Familie zu nutzen und am besten natürlich in Kombination.

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Wir laufen hier am Donauufer, weniger als 100 Kilometer weiter westlich findet im Weltkulturerbe WACHAU die größte Niederösterreichische Laufveranstaltung nach 2 Jahren Pause wieder statt. Welche Bedeutung haben Events wie dieser für das Bundesland?

 

Der WACHAUmarathon ist eine Institution und eines der bedeutendsten und traditionellsten Sportevents in Niederösterreich. Neben den sportlichen und emotionalen Aspekten ist er auch ein unglaublich wichtiger Motor für die regionale Wirtschaft und den Tourismus. Besonders freut mich, dass ich den besonderen Flair des WACHAUmarathons heuer als Teilnehmer aus erster Hand erleben darf.

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Eine Sache, die mir immer wieder ins Auge sticht, ist die Dichte der Stars aus unterschiedlichen Sportarten in Niederösterreich. Da ist von einem Tennis Grand Slam – Sieger, einem Snowboard – Olympiasieger, einem Tennisweltmeister bis zu Champions im Beachvolleyball und vielen anderen Sportarten alles dabei. Während der Bundeshauptstadt trotz der größten Einwohnerzahl wenige heimische Stars entwachsen. Worauf ist das ihrer Meinung nach zurückzuführen?

Wir sind mit unseren 3500 Vereinen strukturell und personell in Niederösterreich wirklich hervorragend aufgestellt. Sie leisten die Basisarbeit für den Spitzensport. Das muss man immer wieder betonen. Wir von SPORTLAND Niederösterreich versuchen dafür die passenden Rahmenbedingungen zu bilden. Dass sich das dann in Form von zahlreichen Top-Platzierungen im Spitzensport niederschlägt freut mich natürlich und bestätigt uns in unserem Weg.

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Das Vorzeigeprojekt schlechthin über viele Jahre ist die Marke „SPORTLAND Niederösterreich“, die auch bei anderen Bundesländern Nachahmung fand. Was macht den Erfolg dieser Idee aus?

SPORTLAND Niederösterreich gehört mittlerweile zu einer der bekanntesten Marken des Landes. Den Erfolg hinter der Marke macht das gesamte Sportnetzwerk Niederösterreich aus, also alle Vereine, Verbände und das Land Niederösterreich und dessen Akteure. Ich bin wirklich stolz und dankbar, dass dieses Zusammenspiel so gut funktioniert und schon viele Vorzeigeprojekte und Initiativen hervorgebracht hat, die im Rest von Österreich Nachahmer gefunden haben.

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Ihr beruflicher Verantwortungsbereich ist neben dem Sport mit den Bereichen Wirtschaft und Tourismus sehr groß. Wo sehen sie die großen Herausforderungen für Niederösterreich in den kommenden Jahren?

Unsere aktuell größte Herausforderung ist die Energiekrise, denn diese wirkte sich auf nahezu alle Bereiche gleichermaßen aus. Hier gilt es schnell Lösungen zu finden und Hilfestellung zu leisten. Mit dem Strompreisrabatt hat das Land Niederösterreich bereits schnell und richtig reagiert. Doch es Bedarf auf jeden Fall weiteren Unterstützungsleistungen für Wirtschaft und Sport auf Bundesebene um wirksam entgegenzusteuern.

Unser One hour run neigt sich nun fast dem Ende. Der erste Eindruck, einen fitten Trainings- und Interviewpartner an meiner Seite zu haben, hat sich bewahrheitet. Ist Laufen die erste Wahl oder gibt es andere Sportarten, an denen eher Ihre Leidenschaft hängt?

Laufen gehört sich zu meinen Top-3 an Sportarten. Ich bin aber auch gern am Mountainbike unterwegs oder spiele mit meinen Töchtern Tennis. Generell halte ich es für gut – vor allem bei Kindern – möglichst viele Sportarten auszuprobieren.

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